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FiveM Server schützen 2026 — Operator-Hardening-Guide mit offiziellen Quellen

Cfx.re-Forum-Breach 2022, Asset-Security 2025, CVE-2024-46310, qb-inventory-Exploits: was FiveM-Operator wirklich trifft und welche Cfx.re-Docs, Security-Advisories und Threat-Intel-Quellen den Gegenpunkt liefern.

Ein FiveM-Server ist ein laufender Gameserver, plus ein Haufen Lua-Code, plus eine MySQL-Datenbank, plus ein Discord im Backend, plus ein Admin-Panel. Jede dieser Schichten hat 2026 eine eigene Angriffsoberfläche — und jede ist schon öffentlich kompromittiert worden. Dieser Post ist kein Marketing-Copypaste aus einem Hosting-Blog. Jeder Punkt steht mit Quelle.

Zielgruppe: Operator, die selbst administrieren — von 32-Slot bis 300-Slot — und die wissen wollen, was vor dem Anti-Cheat passieren muss, damit ein Anti-Cheat überhaupt greift.

Die Angriffsoberfläche

30120Game-Port (UDP/TCP)
40120txAdmin-Port
24–72 hPatch-Fenster
4 LayerRealistische Angriffstiefe

Vier Schichten, auf denen ein FiveM-Server wirklich lebt: Cfx.re-Plattform, Server-Host, Resource-Code und Admin-Zugänge. Historisch ist jede davon öffentlich gebrochen worden. Der Cfx.re-Forum-Breach vom November 2022 zeigt die Plattform-Ebene. Das Asset-Security-Update vom August 2025 zeigt die Resource-Ebene. CVE-2024-46310 in FXServer ≤ v9601 zeigt die Host-Ebene. Discord-Token-Stealer wie RedLine und Stealc zeigen die Admin-Ebene.

Wer nur eine Schicht absichert, verliert an der nächsten. Kein Cheat muss eine Backdoor öffnen, wenn der Owner-Discord bereits durch einen Token-Stealer kompromittiert wurde — die Backdoor ist dann schon da.

Was Operator wirklich trifft

Fünf Angriffsvektoren, die zwischen 2022 und 2026 dokumentiert in die Community eingeschlagen sind. Jede Karte mit Primärquelle.

01

Unvalidierte Trigger-Events

Der Hauptvektor. Clients feuern TriggerServerEvent mit beliebigem Payload — und eine Resource, die den Payload ungeprüft übernimmt, committet das Ergebnis in die Datenbank. Cfx.re sagt es direkt: „never trust data from the client" (docs.fivem.net — Server Security).

Dokumentierter Live-Fall: qb-inventory PR #249. Ein NUI-Callback ohne Validation erlaubte jedem eingeloggten Spieler, über crafted POST-Requests allen anderen Online-Spielern Geld abzuziehen. Gefixt — aber nur auf Servern, die den Fix auch gepullt haben. Weitere Beispielfixes derselben Resource-Familie: qb-inventory PR #397, qb-management Issue #94, qb-storerobbery PR #34.

Client
Server
HWID
Network
02

Asset-Escrow-Extraktion

Seit August 2025 offiziell dokumentiert: Angreifer konnten Escrow-verschlüsselte Lua-Resources aus dem Client extrahieren. Cfx.re hat mit zweiwöchigen Server-Suspensions für bestätigte Nutzung geleakter Assets reagiert — offizielle Ankündigung im Forum. Historischer Vorlauf: Asset-Escrow-Bytecode-Dump 2022.

Für Operator bedeutet das: Gekaufte Escrow-Scripts sind weder IP-geschützt garantiert noch frei von versteckter Malice. Die Cfx.re-Resource-FAQ sagt selbst: „The resource in question likely contains malicious code. Sometimes another resource 'infects' other resources." Audit ist für Escrow-Assets nicht möglich — Vertrauen muss auf Reputation des Creators basieren, und der Creator muss akkreditiert sein (Tebex-Escrow-Docs).

Client
Server
HWID
Network
03

Admin-Token-Kompromittierung

November 2022: Cfx.re-Forum-Moderator-Account wird übernommen, Server-Keys und Account-E-Mails exfiltriert (offizieller Incident-Report). Parallel stapeln sich im Forum Community-Berichte über kompromittierte txAdmin- und Keymaster-Accounts: TX Hacked, Keymaster got hacked, CFX Account hacked.

Der Vektor ist praktisch immer derselbe Schwach-Trias: Discord-Token-Stealer auf dem Admin-Rechner, keine 2FA auf dem Cfx.re-Account, kein bcrypt-Master-Backup-Passwort in txAdmin. Wer einen dieser drei Punkte offen hat, braucht keinen Cheater — der Reset kommt von außen.

Client
Server
HWID
Network
04

UDP-Floods gegen den Game-Port

FXServer lauscht standardmäßig auf UDP 30120 (offizielle Setup-Docs). Der Port ist damit ideales Ziel für UDP-Flood-DDoS — Angriffe mit gespooften Quell-IPs, die Bandbreite und PPS sättigen. Hetzner sagt in seinem eigenen Game-Server-DDoS-Tutorial klipp und klar: Standard-Protection „might help with some minor DDoS attacks but will not be enough if you are already expecting serious DDoS attacks."

Konkrete Konsequenz: Wer einen Server mit sichtbarer Player-Base betreibt, braucht Layer-3/4-Protection, die UDP-Game-Traffic versteht. Dokumentierte Anbieter (neutral aufgezählt, keine Empfehlung): OVHcloud Game DDoS Protection, Cloudflare Spectrum, Path.net. Community-Sammelthread: „DDoS-Protection FIVEM".

Client
Server
HWID
Network
05

Discord-Token-Stealer auf Admin-Rechnern

RedLine Stealer war laut Elastic Security Labs 2022–2023 „the most prevalent malware in the wild". Die Malware greift gezielt AppData\Roaming\discord\ ab, liest Auth-Tokens aus lokalen Leveldb-Dateien und exfiltriert sie — 2FA wird dabei umgangen, weil der Token den 2FA-Step selbst bereits enthält. Weitere technische Analysen: Splunk, Netskope, Malwarebytes.

Stealc als aktiver Nachfolger ist seit 2023 dokumentiert (Sekoia Part 1, BleepingComputer) und wird aktiv über kompromittierte Discord-Invite-Links und malicious npm-Packages verteilt.

Client
Server
HWID
Network

Event-Sicherheit: die Cfx.re-Basis

Bevor irgendein Anti-Cheat greift, muss Server-Code „safe by default" sein. Die offizielle Server-Security-Dokumentation definiert drei harte Regeln:

1. AddEventHandler für Same-Context, RegisterNetEvent für Cross-Context. Nur Events mit RegisterNetEvent sind vom Client aus triggerbar — alles andere muss AddEventHandler bleiben. Das schließt eine ganze Klasse von Exploits von vornherein aus.

2. Source-Validierung bei Same-Context-Events. Konkrete Code-Empfehlung der Docs: if source ~= 65535 then return end in Events, die ausschließlich server-intern laufen sollen. Wer diesen Guard weglässt, hat einen Event, den ein Cheat triggern kann, obwohl der Name nach „interner Event" aussieht.

3. Input-Validation server-seitig. Offizielles Zitat: „make sure to retrieve all values using server-side methods, not allowing players to change the values." Alles was Geld, Items, Permissions, State, Position oder Inventar betrifft, muss server-seitig gezogen und geprüft werden — nicht aus dem Event-Payload gelesen.

Dazu die beiden kanonischen Community-Guides im Cfx.re-Forum: „How hackers can exploit your servers and what to do about it" und die Liste „Vulnerable and Abused Events".

Für Datenbank-Zugriff: oxmysql mit parametrisierten Statements — nicht String-Concat. Jede SQL-Injection-Schwachstelle in FiveM-Resources der letzten Jahre war letztlich Developer-Fehler, nicht Library-Fehler.

OneSync, State Bags und Routing Buckets

OneSync ist nicht nur Performance-Feature — es ist Security-Feature. Mit aktiviertem OneSync kann der Server Entity-Ownership kontrollieren, statt sie jedem Client zu erlauben. Relevante Hooks:

  • playerEnteredScope / playerLeftScope — server-seitige Events beim Betreten/Verlassen des ~424-Unit-Radius eines anderen Spielers. Basis für Distance-Checks, die der Client nicht fälschen kann.
  • Routing Buckets mit strict-Lockdown — verhindert, dass Clients Entities außerhalb ihres eigenen Buckets spawnen oder sehen.
  • State Bags mit Ownership-Validierung — Entity-State darf nur vom owning Player oder Server geschrieben werden; globaler State nur vom Server.

Kritische Server-Events, die server-seitig plausibilisiert werden müssen (aus der offiziellen Event-Liste):

  • weaponDamageEvent — cancelbar, Damage gegen Distance und Weapon-Capabilities prüfen
  • explosionEvent — Explosion-Exploits abfangen
  • entityCreating — Vehicle-/Ped-Spawning vor Commit prüfen
  • playerConnecting mit Deferrals — asynchrone Ban-/VPN-/Identity-Checks VOR Connect

Zusätzlich existieren zwei Convars, die direkt Angriffsoberfläche reduzieren (Server-Commands-Docs): sv_endpointPrivacy versteckt Spieler-IPs aus öffentlichen Server-Reports, sv_filterRequestControl blockiert REQUEST_CONTROL_EVENT nach konfigurierbarer Policy.

ACE-Permissions und txAdmin-Hardening

ACE-Permissions nach dem Principle of Least Privilege. Standard-Syntax aus den offiziellen Server-Commands-Docs:

add_ace group.admin command.ban allow
add_principal identifier.fivem:12345 group.admin

Nie pauschale command- oder .all-Rechte. Gruppen statt Einzel-Identifier. Ex-Admins explizit remove_principal beim Ausscheiden — sonst bleibt der Zugriff auch nach Discord-Role-Entzug bestehen.

txAdmin ist seit FXServer-Build ≥ 2524 Teil der offiziellen Distribution (Docs), Default-Port TCP 40120. Security-relevante Konfiguration (txAdmin env-config, Security-Overview):

  • 2FA auf dem Cfx.re-Account aktivieren. Der txAdmin-Login über Cfx.re ist nur so sicher wie der darunter liegende Account — siehe 2022-Forum-Breach.
  • Bcrypt-Master-Backup-Passwort aktiv lassen. Recovery-Weg, wenn Cfx.re-Login ausfällt.
  • 40120 NICHT öffentlich exponieren. Reverse-Proxy mit TLS + IP-Allowlist oder WireGuard-Tunnel. Ein txAdmin-Panel, das als http://<server-ip>:40120 im offenen Netz steht, ist ein Fund für jede automatisierte Scan-Engine.

Cfx.re-Security-Advisory-Historie zur Einschätzung des Prozesses: Security Advisory 2019-01-02 (RCon-DoS) inklusive historischer iptables-Workaround-Regel. Meldewege über die offizielle SECURITY.md: [email protected] oder CFX-Support-Formular, SLA „review and respond within 24 hours."

Artifact-Update-Workflow

Cfx.re liefert FXServer-Artifacts mit den Labels „recommended" und „optional" — die offizielle Forum-Empfehlung sagt aber klar, dass diese Labels aktuell nicht zuverlässig gepflegt werden. Zitat: „Marking an older version as 'optional' has no benefit at this point and the label is just a leftover."

Praktische Konsequenz für Operator:

  1. Eigenes Staging betreiben. Neue Artifacts zuerst auf einem Test-Server hochziehen, dort 24 h gegen den Resource-Stack laufen lassen.
  2. Auto-Deploy-Script für Linux kennen — für geplante Updates, aber mit Staging davor.
  3. Cfx.re-Announcements per RSS abonnieren, nicht nur „wenn Probleme auftauchen".
  4. Alte Builds nicht aus Bequemlichkeit halten — der RCon-DoS von 2019 wurde in Build 960 gefixt. Wer auf älteren Builds sitzt, hat bekannte Exploits live.

DDoS-Realismus

Drei harte Wahrheiten, jeweils mit Anbieter-Primärquelle:

  1. Hetzner-Standard-Protection ist unzureichend gegen ernsthafte Angriffe. Aussage direkt aus dem offiziellen Hetzner-Game-Server-Tutorial. Wer bei Hetzner hostet und mit >10 Gbps-Angriffen rechnet, braucht zusätzlich Game-DDoS-Protection.
  2. OVHcloud Game DDoS Protection ist laut Produktseite Bestandteil der 3rd-Gen-Bare-Metal-Game-Server seit 2024. GRE-Tunnel-Setups erfordern Whitelisting via Flexrules, siehe Support-Artikel.
  3. Cloudflare Spectrum ist Enterprise-Feature und nutzt ein eigenes Simple-Proxy-Protokoll für Client-IP-Übertragung — dein FiveM-Server muss diesen Header lesen können, sonst siehst du die Cloudflare-Edge-IP statt des Spielers.

Discord-Security

Die überwiegende Mehrheit aller FiveM-Operator fährt Discord als Admin-Backbone. Damit wird der Discord-Account zum kritischsten Single-Point-of-Failure — noch vor dem txAdmin-Panel.

Minimum-Setup für Admin-Accounts:

  • 2FA mit Authenticator-App — nicht SMS — auf Discord, Cfx.re und Hosting-Panel.
  • Admin-Rechner getrennt vom Gaming-/Download-Rechner. Ja, wirklich. Die überwiegende Mehrheit der dokumentierten Stealc-Kampagnen laufen über gecrackte Software, Discord-Invites mit Malware-Archiven und malicious npm-Packages.
  • Discord-Bots nur mit minimalen OAuth2-Scopes. Ein Bot mit „Administrator"-Permission ist effektiv Owner-Zugriff — inklusive bei Bot-Kompromittierung.
  • MessageContent-Intent nur aktivieren, wenn der Bot wirklich Message-Parsing braucht. Jeder Bot, der ohne MessageContent auskommt, sollte ohne laufen.

Invite-Link-Hijacking ist laut Kaspersky ein aktiver Vektor — abgelaufene Invites werden neu registriert und Malware-Archive darüber verlinkt. Wer alte Discord-Invite-Links in Tutorials oder Pins stehen hat, sollte sie rotieren.

DSGVO für Operator

Kurze, konkrete Rechtsbasis für Server-Logging, IP-Speicherung und Ban-Listen:

  • IP-Logging als Sicherheitsmaßnahme — Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse). Praxisleitfaden: Thomas Helbing — Berechtigtes Interesse. Interessenabwägung im Einzelfall, Retention begrenzen, Datenminimierung.
  • § 25 TDDDG regelt Zugriff auf Endgeräte (Cookies, ähnliche Technologien). IPs, die im Verbindungsaufbau implizit anfallen, fallen nicht unter § 25 TDDDG — nur unter DSGVO. Gesetzestext.
  • AVV mit jedem Anti-Cheat-Anbieter. Art. 28 DSGVO. Ohne gültigen AVV ist die Weitergabe von IP + HWID + Verhaltensdaten an einen Anti-Cheat-Cloud-Dienst datenschutzrechtlich nicht sauber.
  • Privacy Policy muss Ban-Listen und VPN-Erkennung explizit nennen, inklusive Retention-Fristen pro Datenkategorie.

Operator-Checkliste

  1. Alle RegisterNetEvent-Handler auditieren. Jeder ohne server-seitige Input-Validation ist ein offener Exploit-Vektor.
  2. oxmysql mit Prepared Statements, kein String-Concat. Resources, die noch concatenieren, sind SQL-Injection-verdächtig.
  3. txAdmin 40120 hinter Reverse-Proxy + IP-Allowlist. Nicht öffentlich exponieren.
  4. 2FA auf Cfx.re, Discord, Hosting-Panel. Authenticator-App, nicht SMS.
  5. Admin-Rechner sauber halten. Keine gecrackte Software, keine unvalidierten npm-Packages auf Dev-Maschinen, Discord-Desktop getrennt von Test-/Cheat-Umgebungen.
  6. Layer-3/4-DDoS-Protection einplanen, sobald der Server öffentlich sichtbar ist. Hetzner-Standard reicht nicht — Aussage des Anbieters selbst.
  7. MySQL-Backups automatisieren. QBCore-Backup-Guide als Referenz, aber Prinzip gilt für jedes Framework: geplanter Dump, off-site Kopie, regelmäßiger Restore-Test.
  8. ACE-Permissions regelmäßig auditieren. Ex-Admins remove_principal. Keine Wildcard-Permissions.
  9. Artifact-Updates staged deployen. Das Recommended-Label ist laut Cfx.re selbst nicht verlässlich — eigenes Staging ist nicht optional.
  10. AVV mit Anti-Cheat-Anbieter. Ohne Art. 28 DSGVO kein Anti-Cheat-Cloud-Dienst für EU-Operator.

Fazit

Einen FiveM-Server 2026 zu schützen heißt nicht, den teuersten Anti-Cheat zu kaufen. Es heißt, vier Schichten nicht zu ignorieren: Plattform-Hygiene (2FA, saubere Admin-Rechner), Code-Hygiene (Event-Validation, ACE-Permissions), Host-Hygiene (Artifact-Updates, DDoS-Kapazität) und Datenschutz-Hygiene (AVV, Retention). Jeder dieser Punkte ist öffentlich dokumentiert — von Cfx.re selbst, von GitHub-PRs, von Threat-Intel-Anbietern. Die meisten dokumentierten Incidents sind nicht an neuen Exploits gescheitert, sondern an einer dieser vier Basishygienen.

Erst wenn die Basis sitzt, macht ein Anti-Cheat-Layer oben drauf Sinn — nicht umgekehrt. hoaxeye ist genau dafür gebaut: Cloud-Detection, DSGVO-konforme AVV, vier unabhängige Signal-Ebenen, Update-Kadenz am Cheat, nicht am Quartal. Aber ohne die hier beschriebene Grundhygiene ist jeder Anti-Cheat — egal welcher — nur eine teure Kontrollschicht auf einem offenen Fundament.

Quellen im Überblick

Cfx.re offiziell

Dokumentierte Incidents

Resource-Bugs (Live-Beispiele)

DDoS-Protection

Token-Stealer-Analysen

Rechtlich (DE)

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